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04.11.26 | Fachtag

Kinder und Jugendliche zwischen Klicks, Trends & Gesundheit

Welchen Einfluss haben soziale Medien, digitale Vorbilder und Trends auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen?

  • Der Fachtag beleuchtet das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven und bietet Impulse, Austausch und praxisnahe Workshops.
  • Für Fachkräfte
    aus der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, Schulsozialarbeit und weiteren pädagogischen Arbeitsfeldern.
  • Die Teilnahme ist kostenlos und mit Anmeldung am Ende der Seite!
  • Die Veranstaltung findet im Rahmen des Projekts Next Balance statt. Weitere Infos
Wann und Wo
04.11.2026, 8:30 - 16:00 | Bürgerhaus Zähringen
Kontakt
Carmen Kunz medien@jugendhilfswerk.de +49 761/70361 315
Isabel Hörder medien@jugendhilfswerk.de +49 761/70361 315

Programm

  • 08:30 Uhr
    Ankommen bei Kaffee und Brezel 
  • 09:00 Uhr
    Begrüßung und Vorträge
  • 10:45 Uhr
    Kaffeepause
  • 11:15 Uhr
    Let's Talk: Expert*innen-Talk mit offener Diskussion
  • 12:00 Uhr
    Mittagspause
  • 12:45 Uhr 
    Workshoprunde 1
  • 14:15 Uhr
    Kaffee und Kuchen
  • 14:30 Uhr
    Workshoprunde 2
  • 16:00 Uhr
    Ende der Veranstaltung

#1 Vortrag

Zwischen Likes und Lebenswelt: Psychische Gesundheit von Jugendlichen im Kontext sozialer Medien

Soziale Medien sind fester Bestandteil der Lebenswelt von Jugendlichen und stehen zugleich immer wieder im Mittelpunkt gesellschaftlicher Debatten – von Social-Media-Verboten bis hin zu Fragen nach Sucht und psychischer Gesundheit. Doch was sagt die Wissenschaft tatsächlich? Der Vortrag ordnet aktuelle Forschungsergebnisse zu den Auswirkungen sozialer Medien auf die psychische Gesundheit ein, beleuchtet den Unterschied zwischen einer alltäglichen und einer problematischen Nutzung und zeigt auf, welche Erkenntnisse sich daraus für den pädagogischen Alltag ableiten lassen.

Referent*in: Dr. Christine Lämmle | Wissenschaftliche Mitarbeiterin & Projektleiterin, Universitätsklinikum Tübingen; Schwerpunkt digitale Gesundheitsförderung & psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen

#2 Vortrag

„TikTok ist mein Leben“ Emilia, 15 Jahre | Einblick in die aktuelle Studienreihe „Soziale Netzwerke, Geschlechterbilder und Werte”

Jugendliche verbringen im Durchschnitt mehr als zweieinhalb Stunden auf Social Media. Sie suchen nach Spaß, Unterhaltung und Informationen und finden diese u.a. bei Influencer*innen. Deren Botschaften und Inszenierungen gehen dann tief in ihre Wertvorstellungen und Selbstinterpretation ein. Was das für Mädchen und Jungen bedeutet, wo die Hauptproblemfelder liegen und wie Jugendliche hier unterstützt werden könnten, wird in diesem Vortrag gezeigt.

Referent*in: Dr. phil. Maya Götz | Leiterin des Internationalen Zentralinstituts für Jugend- und Bildungsmedien (IZI) beim Bayerischen Rundfunk und des PRIX JEUNESSE INTERNATIONAL

Let's Talk: Expert*innen-Talk mit offener Diskussion

Moderation: Leonie Maderstein
Journalistin und Moderatorin, tätig unter anderem für SWR und BR sowie als freie Moderatorin für Veranstaltungen mit Kindern & Jugendlichen

  • Dr. Christine Lämmle
    Wissenschaftliche Mitarbeiterin & Projektleiterin, Universitätsklinikum Tübingen; Schwerpunkt digitale Gesundheitsförderung & psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
  • Dr. phil. Maya Götz
    Leiterin des Internationalen Zentralinstituts für Jugend- und Bildungsmedien (IZI) beim Bayerischen Rundfunk und des PRIX JEUNESSE INTERNATIONAL
  • Dr. Johannes Fendel
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Universitätsklinikum Freiburg & Psychologischer Psychotherapeut; Schwerpunkt problematische Social-Media-Nutzung
  • Valeria @ricaaa.vd
    Content Creatorin aus Freiburg; Schwerpunkt Running, Fitness, mentale Stärke & Work-Life-Balance
  • Jugendliche

Workshops

#1 Aufwachsen im Internet: Wie Jungen* digitale Räume für sich nutzen – im Spannungsfeld zwischen Zugehörigkeit, männlicher* Identität und psychischer Gesundheit

Jungen* wachsen heute in einer Lebenswelt auf, die stark von digitalen Medien geprägt ist. Der Workshop beleuchtet, welche Plattformen, Spiele und Online-Communities Jungen* nutzen und welche Bedeutung diese für ihre Identitätsentwicklung haben. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Jungen* zentrale Entwicklungsaufgaben wie Selbstfindung, Zugehörigkeit, Anerkennung, den Umgang mit Emotionen sowie die Gestaltung von Beziehungen im digitalen Raum bewältigen können.

Anhand aktueller Beispiele werden Chancen und Herausforderungen von Social Media, Online-Gaming, Streaming und Messenger-Diensten diskutiert. Zudem werden Risiken wie Cybermobbing, problematische einseitige Rollenbilder, Desinformation oder übermäßige Mediennutzung thematisiert. Ziel des Workshops ist es, ein tieferes Verständnis für die digitale Lebenswelt von Jungen* zu entwickeln und sie bei der altersgerechten und reflektierten Bewältigung ihrer Entwicklungsaufgaben zu unterstützen.

Referent*in: Robin Gröger & Niklas Hartmann | Mitarbeitende bei Jungen* im Blick, GesundheitsLaden e. V. Stuttgart | Schwerpunkte Soziale Arbeit, Jungen*pädagogik & Systemische Beratung/Therapie

#2 Bildschirm, Gesundheit und Balance - Wie gestalte ich eigene Angebote?

Jugendliche nutzen tagtäglich Social Media, Digitale Spiele sowie Tools zur digitale Kommunikation – und bewältigen dort Ihre Entwicklungsaufgaben. Dabei entstehen auch Fragen rund um Gesundheit, Stress, Selbstbild, Ernährung oder Mental Health. Der Workshop beleuchtet die Schnittstellen von Medien und Gesundheit und zeigt, wie pädagogische Fachkräfte diese Themen lebensnah und kreativ mit Jugendlichen bearbeiten können. Der Schwerpunkt des Workshops liegt im Praxistransfer in die tägliche pädagogische Arbeit. Gemeinsam werden konkrete Ideen entwickelt, ausprobiert und reflektiert, sodass die Teilnehmenden am Ende in der Lage sind, eigene Angebote für Jugendliche im Themenfeld Medien und Gesundheit zu konzipieren und umzusetzen.

Referent*in: Benjamin Götz | Fachreferent Suchtprävention & Gesundheitsförderung, Aktion Jugendschutz (ajs) BW

#3 Digitales Wohlbefinden: Mit der Digital Detox Box zu mehr Balance - Methoden für die pädagogische Praxis

Laut der JIMplus Studie zu Digitalem Wohlbefinden beschreiben Jugendliche die Nutzung von Social Media als eine Art Achterbahnfahrt, ein ständiges Auf und Ab. Worin besteht diese Ambivalenz und wie können Jugendliche zu mehr Balance finden? Im Workshop beleuchten und diskutieren wir diese Fragen gemeinsam. Wir erproben konkrete, praktische Methoden, die junge Menschen auf dem Weg zu mehr digitalem Wohlbefinden unterstützen können.

Referent*in: Katja Mayer | Referentin für Medienkompetenz bei der EU-Initiative klicksafe; Schwerpunkte: Entwicklung pädagogischer Materialien, Medienarbeit mit Jugendlichen

#4 Fitness- & Gesundheitsinfluencer*innen: Einblick in Chancen, Risiken und praxisnahe Impulse

Fitness, Ernährung, Körperbilder und ein vermeintlich „gesunder Lifestyle“ sind auf Social Media allgegenwärtig. Doch welche Botschaften vermitteln Influencer*innen dabei und wie wirken sie auf Jugendliche? 

Im Workshop setzen wir uns praxisnah mit aktuellen Inhalten und Trends in den sozialen Medien auseinander. Dabei steht besonders die Rolle von Fitness- und Gesundheitsinfluencer*innen im Fokus: Was macht sie für Jugendliche glaubwürdig und attraktiv? Wie können sie für Bewegung, Gesundheit und einen aktiven Lebensstil begeistern und wo entstehen Risiken durch unrealistische Ideale, fragwürdige Gesundheitstipps oder die Bewerbung von Produkten? Anhand konkreter Beispiele diskutieren wir unterschiedliche Perspektiven und erarbeiten Möglichkeiten, wie Fachkräfte Jugendliche im Umgang mit Fitness- und Gesundheitsinhalten auf Social Media begleiten können.

Referent*in: Isabel Hörder & Maria Pfisterer | Medienpädagogin & Sozialpädagogin, Jugendarbeit im JHW Freiburg | Schwerpunkt praxisorientierte Medienarbeit mit Jugendlichen

#5 freii: Präventionsprogramm für einen bewussten Umgang mit digitalen Medien

Wie erreicht man Jugendliche heute wirklich und was funktioniert dabei tatsächlich? Der Workshop gibt einen fundierten und praxisnahen Einblick in das Präventionsprogramm freii und zeigt, wie Fachkräfte Jugendliche, Eltern und Bezugspersonen im digitalen Alltag wirksam erreichen können.

Im Mittelpunkt stehen die freii App sowie die Social Media Kanäle als zentrale Bausteine des Programms. Es wird deutlich, wie beide Ansätze zusammenwirken und welche Funktion sie im Gesamtkonzept übernehmen: alltagsnahe Impulse für Jugendliche auf TikTok sowie vertiefende Inhalte für Eltern und Fachkräfte auf YouTube. Ein besonderer Bestandteil des Vortrags ist die Perspektive eines freii Guides. Sie erhalten direkte Einblicke in die Lebenswelt von Jugendlichen und sehen konkret, wie Inhalte auf Social Media gestaltet werden, um Aufmerksamkeit zu gewinnen und Wirkung zu erzielen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Ergebnissen der Evaluation. Es wird aufgezeigt, welche Ansätze bei Jugendlichen tatsächlich Wirkung zeigen und welche Rolle Wissen, Impulse und Reflexion für Verhaltensveränderungen spielen. Darüber hinaus wird die Weiterentwicklung von freii eingeordnet und ein Ausblick auf die nächsten Schritte gegeben. Sie erhalten konkrete Impulse für Ihre Praxis und Einblicke, die sich direkt in den Arbeitsalltag übertragen lassen.

Referent*in: Daniel Ott | Gesundheitspädagoge & Systemischer Berater (DGSF), stellv. Leitung Villa Schöpflin gGmbH & Projektleitung freii

#6 (Sexuelle) Grenzüberschreitungen im digitalen Raum – Der SchoolCrime Podcast

Nacktbilder einer Mitschülerin tauchen auf dem Handy auf! Im Klassenchat wird ein Schüler gemobbt! Bilder mit Hakenkreuzen gehen durch die Schule! Eine 12jährige wird über Roblox erpresst! In Memes wird ein Lehrer beleidigt! Das alles passiert täglich an deutschen Schulen – auch wenn Lehrkräfte und Eltern oft nicht viel davon mitbekommen.
Doch wie reagieren, wenn man von so einem Vorfall hört? Wie sieht die Rechtslage aus? Wen sollte man informieren? Und wie hilft man den Betroffenen? Erwachsene sind mit solchen Fragen oft überfordert.

In diesem Workshop lernen Sie Formen (sexueller) Grenzüberschreitungen im digitalen Raum kennen und erfahren die Hintergründe des Podcast „SchoolCrime – Smartphones in Kinderhand“.

Referent*in: Saskia Nakari | Diplom-Medienpädagogin, Landesmedienzentrum Baden-Württemberg | Schwerpunkt Jugendmedienschutz & Medienbildung | Host des Podcasts „SchoolCrime – Smartphones in Kinderhand“

#7 Von der Grundschule bis zur Oberstufe: Prävention von Essstörungen im Kontext sozialer Medien

Jede*r fünfte Jugendliche zeigt ein auffälliges Essverhalten – ein Teil entwickelt eine manifeste Essstörung. Um Essstörungen vorzubeugen, reicht es nicht, erst im Jugendalter über die Erkrankung aufzuklären. Es braucht frühe Präventionsprogramme, die Kinder stärken, bevor sich ungünstige Einstellungen zu Körper, Essen und Selbstwert verfestigen. Gerade soziale Medien spielen dabei eine wichtige Rolle: Plattformen wie Instagram oder TikTok prägen früh Körperbilder, Schönheitsideale und den Umgang mit Ernährung und Fitness.

Im ersten Teil unseres interaktiven Workshops erhalten Sie einen kompakten Überblick über Ursachen, Erscheinungsbilder und Frühwarnzeichen von Essstörungen sowie erste Handlungsmöglichkeiten im pädagogischen Alltag. Zudem beleuchten wir den Einfluss sozialer Medien auf Körperunzufriedenheit und Ess- und Bewegungsverhalten.

Im zweiten Teil steht die altersgerechte Prävention von der Grundschule bis zur Oberstufe im Fokus: Was wirkt tatsächlich – und was sollte vermieden werden? Wie können Themen wie Körperbilder, Schönheitsideale oder Social Media altersangemessen aufgegriffen werden?

Der Workshop verbindet evidenzbasierte Ansätze mit praxiserprobten Methoden und bietet konkrete Impulse für die pädagogische Praxis.

Referent*in: Xena Meen & Charlotte Zimmer | Sozialarbeiterin & Psychologin, Suchtberatung im Caritasverband Mannheim e. V. | Schwerpunkte Suchtprävention, exzessive Mediennutzung & Essstörungen


Der Fachtag ist eine Veranstaltung der Jugendarbeit im Jugendhilfswerk Freiburg e.V. in Kooperation mit dem Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald und der Stadt Freiburg. 

Zur Anmeldung

Gefördert von: